Die reale Gefahr

//Die reale Gefahr

Eine Bergflanke rutscht mit rasender Geschwindigkeit in den Sunnylvsfjord. Die Lawine verursacht eine gigantische Flutwelle die sich zwischen den steilen Bergwänden in Richtung Storfjord und Geirangerfjord ausbreitet. Die hohe Flutwelle nimmt auf ihrer zerstörerischen Reise alles mit was sich in ihrer Reichweite befindet und bedroht den Touristenort Geiranger mit Tod und Zerstörung. Diese Geschichte erzählt uns der neue norwegische Katastrophenfilm «Bølgen» (The Wave) im nächsten Jahr, wenn er in den Kinos anläuft. Der Film ist nicht nur auf aktuelle Ereignisse aufgebaut. Die Tafjord-Katastrophe, bei der es 1934 zu einer ähnlichen Naturkatastrophe kam, fließt gleich zu Beginn des Filmes mit ein.

Vom Film zur Realität… Während im Sommer zahlreiche Kreuzfahrtschiffe vom Storfjord in Richtung Geirangerfjord unterwegs sind bewegt sich das Bergmassiv «Åkneset» langsam aber sicher hinunter in den Sunnylvsfjord.

An diesem Bergmassiv fuhren 2014 über 200 Kreuzfahrtschiffe und die täglichen Schiffe der Hurtigruten vorbei. Laut Angaben des nationalen Überwachungscenters für Berglawinen (Åknes/Tafjord Beredskap IKS) ist eine Masse von 40 – 70 Mio. m3 von einem möglichen Abriss betroffen.

Seit 2008 werden die Bewegungen des Bergmassivs, die zwischen einigen Zentimentern und über 10 Zentimeter im Jahr messen, verstärkt überwacht.

Ein weiteres geologisches Ereignis bahnt sich an… In den letzten Wochen hat sich das Bergmasiv «Mannen», oberhalb des Raumatals, dramatisch bewegt. Teile des Berges, die Geologen gehen hier von 10.000 – 40.000 m3 Gestein aus, könnten schon in kurzer Zeit abreißen und in das Tal stürzen. Bei dieser „kleinen“ Lawine soll, nach Angaben der Geologen des nationalen Überwachungscenters für Berglawinen (Åknes/Tafjord Beredskap IKS), keine Gefahr für die Menschen im Tal bestehen.

Ein anderes Szenarium dürfte deutlich zerstörerischer ausfallen… Das gesamte Bergmassiv des 1.200 m hohen «Mannen» ist unstabil. Laut Angaben des NGU (Norges geologiske undersøkelse) haben sich rund 100 Mio. m3 vom Grund gelöst. Die gesamte Frontseite des Bergmassivs ist in Bewegung. Ein Riss teilt den Berg in zwei Teile.

Die vordere Seite (Richtung Raumatal), NGU spricht hier von «Block A», hat sich bereits zwischen 10 –und 15 Meter gesenkt. Die Frontseite, also «Block A» misst ein Volumen von 15 – 25 m3 Bergmasse.

Sollte dieser Teil des Berges abreißen, wird es zu einer Katastrophe kommen. Die Steinmasse wird das Tal kreuzen und somit sind Häuser, die Europastraße 136 und die Gleise der Eisenbahn betroffen (NGU Rapport 2008.087). Zusätzlich besteht die Gefahr, daß der Fluss «Rauma» angestaut wird und somit das Tal von einer Flut betroffen ist.

Von | 2017-05-12T09:10:56+00:00 Oktober 19th, 2014|Kategorien: News|0 Kommentare

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