Stetind – Norwegens Nationalberg

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(Bild: stetind.nu bei flickr.com)

 

Fast am Ende des Stefjordes, im Fylke Nordland in der Kommune Tysfjord, ragt ein mächtiger Granitobelisk 1392 Meter in die Höhe. Der Stedind (samisch: Stádda ) ist nicht nur einer der vielen Berge Norwegens, der eine ganz spezielle Form hat. Viele Geschichten und Sagen rund um den Stetind werden sich heute noch erzählt. Seine charakteristische Form diente schon den alten Seefahrern, die an der Küste des Nordlandes entlang segelten, als Merkmal und Wegweiser. Die Erstbesteigung gelangen, am 30. Juli 1910, den Bergsteigern Carl Wilhelm Rubenson, Ferdinand Schjelderup und Alf Bonnevie Bryn.

 

Auch heute noch kommen viele Menschen diese Region um sich den Berg anzusehen und ihn zu besteigen. Etwa 100 – 150 Bergsteiger schaffen es jährlich auf die Spitze des Stedind, schätzt Bergführer und Betreiber der Tourgesellschaft «Nordlandturselskap» Ivar Sandland. Er bietet auch geführte Touren an. Um die „Spitze“ des Berges zu erreichen, sollte man Erfahrungen mit dem Klettern haben, denn die Normalroute wird mit dem Schwierigkeitsgrad 4+ benannt. Der Schwierigkeitsgrad für eine zweite Route, Sydpilaren, beträgt 6-.

Der Stetind darf seit 2002 als «Norwegens Nationalberg», oder wie die Norweger es aussprechen: «Norges nasjonalfjell», bezeichnet werden. Ein sehr hoher Status der allerdings von einem unangenehmen Beisgeschmack begleitet wird. In Verbindung mit einem norwegischen Jubiläum sollte im Jahre 2002 Norwegens Nationalberg benannt werden. Das Reiseradio des NRK rief damals, in Zusammenarbeit mit den DnT, die Hörer auf Vorschläge für diesen Titel einzusenden. Über 20 Vorschläge erreichten den Sender. Fünf der Berge kamen damals in die nähere Auswahl. Die Hörer des Senders durften damals per Anruf oder SMS für die Berge Snøhtta (2286 m Dovre), Gaustatoppen (1883 m Telemark), Glittertind (2464 m Jutonheimen), Romsdalshorn (1550 m Møre og Romsdal) und der Stetind (1392 m Nordland) abstimmen. Der Stedind gewann diese Abstimmung.

Bei unseren Recherchen stießen wir immer wieder auf ein seltsames Gerücht. Der damalige Bürgermeister soll Telefonkarten im Wert von 19.000 NoK gekauft und an seine Lokalpatrioten verteilt haben um die Stimmen für den Stetind zu vermehren. Wir lassen dieses Gerücht bei Seite und halten uns an die Fakten. Bis zum heutigen Tage werden immer wieder Stimmen laut die dem Stetind seinen Status streitig machen wollen. Berechtigt, denn der Stetind wurde nie offiziell von einer Behörde zu Norwegens Nationalberg ernannt. Lediglich ein Radiosender der in Zusammenarbeit mit einem Touristenverband den Drang verspürte, Norwegen einen Nationalberg zu schenken, hat dem Stetind zu diesem umstrittenen Titel verholfen.

Von |2018-07-06T08:16:03+00:00März 29th, 2014|Categories: Alle News, Bergtouren, Norwegen, Photography, Regional|Kommentare deaktiviert für Stetind – Norwegens Nationalberg

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